„An Tagen wie diesen… …wünscht man sich Unendlichkeit“ – so war es in großen Lettern am Königstisch geschrieben.

Es war das erste Mal, dass für unser Schützenfest ein eigenes Lied produziert wurde. Noch haben wir nicht herausgefunden, wer vom Königsstaat diese guten Beziehungen zu den Toten Hosen hat, aber dieses Lied war insbesondere unserem König wie auf den Leib geschrieben.

Im August 2011 hatte Christof Perlick mit dem 121. Schuss den Vogel abgeschossen und war somit zum König der St. Michael Bruderschaft Kirspel-Waldniel geworden. Zu seinen Ministern hatte er Andreas Lotzemer-Jentges und Björn Gzella ernannt, Königsadjutant wurde Burkhard Perlick. Alle entsprangen dem Zug der Böhsen Jägerz. Bald darauf begannen die Vorbereitungen für das große Schützenfest, denn es sollte von einigen Neuerungen begleitet sein. König Christof ist zwar ein gebürtiger Kirspeler, seine Wohnstätte hat er aber seit einiger Zeit an der Straße Sechs Linden in Waldniel. Doch flexibel, wie die Kirspeler sind, war es kein Problem, den Wunsch von König Christof und Königin Sabine zu erfüllen: Der Königsbogen konnte vor dem eigenen Haus errichtet werden. Die Nachbarschaft von Sechs Linden und die Birgen-Stöckener Nachbarschaft aus der Heimat des Königs begannen alsbald mit den konkreten Planungen, dem Röschen drehen und dem allmählichen Verzehr der 100 Kästen Bier, die dem König nach einer Wette zur Verfügung standen.

Auch in den anderen Sektionen wurde fleißig gekränzt, um die Dörfer für das große Schützenfest zu schmücken. Am Freitag, dem 8. Juni 2012 war es dann endlich soweit.

Freitag, 8. Juni 

 

Beach Party

Der Auftakt zu den Feierlichkeiten wurde mit der Beachparty Volume 3 gemacht. Diesmal gab es hierzu nicht nur köstliche Cocktails von der Beachbar der Roten Husaren, sondern mit PlanB auch eine Liveband, die für eine Bombenstimmung im gut gefüllten Festzelt sorgte. Bei einem Urlaub am Mittelmeer kann man sich nicht besser amüsieren als auf der Beachparty in Kirspel!

Samstag, 9. Juni

 

Antreten in der Willy-Rösler-Straße, Abholen des Königs, Errichten des Königsmaien

Am Samstag ging´s dann auf die Straße. Antreten hierzu war um 13.00 Uhr bei Minister Björn in der Willy-Rösler-Straße, von hieraus ging es über Steeg zum ersten Mal zum König. Für die Kirmestage war Sechs Linden bekanntlich nach Kirspel eingemeindet worden. Die Kränzer aus den Nachbarschaften hatten wirklich ganze Arbeit geleistet. Ein prachtvoller Königsbogen mit violetten und weißen Röschen schmückte die Residenz des Königspaares. Doch damit nicht genug: Die Roten Husaren und der Jägerzug errichteten den Königsmaien, um das Bild zu komplettieren.

Samstag, 9. Juni

 

Großer Zapfenstreich mit Kranzniederlegung in Naphausen, Zug zum Festzelt, Errichten des Kirmensmaien

 

 

Zu der anschließenden Kranzniederlegung in Naphausen wurde erstmals nach vielen Jahren wieder ein großer Zapfenstreich gespielt. Würdevoll geleitet von unserem Generaladjutanten Bernhard Siegers war dieses ein sehr emotionaler Moment, der in den nächsten Jahren sicherlich eine Wiederholung finden wird. Der Nachmittag klang dann mit dem Errichten des Kirmesmaien am Festzelt aus. Das Biest wehrte sich heftig, doch letztendlich konnten der Jägerzug und die Roten Husaren auch diese Aufgabe meistern.

 

Samstag, 9. Juni

 

Königsball

Am Abend erstrahlte das Festzelt dann in seiner ganzen Pracht. Viele Hände hatten mitgewirkt, die Tische waren liebevoll geschmückt und königsspezifische Autotürenblumenampeln und andere Attraktionen waren echte Hingucker. Der Höhepunkt war aber ein von Königinnenvater Willi Birker gemaltes eindrucksvolles Bild, auf dem Ausschnitte der Kirspeler Sektionen zu sehen waren und das die Zeltwand hinter dem Königstisch füllte.

Doch dann waren die Blicke auf den Königsstaat gerichtet. König Christof mit Frau Sabine, Minister Andreas mit seiner Gattin Sandra, Minister Björn mit Ehefrau Claudia und Königsadjutant Burkhard mit seiner Frau Sandra boten ein imposantes Bild. So konnte der Königsball beginnen! Als musikalische Begleitung konnten wir in diesem Jahr die Band Abstrakt gewinnen, die an diesen und den kommenden Tagen stets für eine ausgelassene Stimmung im Festzelt sorgten. Als Gäste besuchten uns zum Königsball die Ungerather und Waldnieler Bruderschaften sowie die Bruderschaften der Waldnieler Straße und aus Elmpt. Zum Auftakt gab es eine Vorführung der jungen Fahnenschwenkerinnen, zu der die Jugendzüge der schwarzen Husaren und Jungjäger Spalier standen. Das war ein klares 1:0 für unseren Nachwuchs! So endete auch das Europameisterschafts-Auftaktspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Portugal, das ebenfalls an diesem Abend stattfand. Die Fußballinteressierten konnten das Spiel auf einer Leinwand vor dem Festzelt verfolgen, was auch von einer großen Masse genutzt wurde. Im Anschluss starteten die Königstänze für unseren Königsstaat und die auswärtigen Bruderschaften. Es war ein kurzweiliger Abend.

Sonntag, 10. Juni

 

Wecken, Antreten in Stöcken, Empfang der St. Josef Schützenbruderschaft Hehler

 

Viele andere Bruderschaften haben das Wecken am frühen Sonntagmorgen abgeschafft, doch bei uns werden die Musiker gegen 6 Uhr oder ein paar Minuten eher immer noch gerne als Aufstehhilfe gesehen. So kamen dann auch fast alle pünktlich um 7.30 Uhr zum Antreten bei Minister Andreas an. Nachdem dann auch die Reiter eintrafen, konnte unser König Christof abgeholt werden. Ab hier begleiteten uns auch ein Zug der Nachbarschaft und ein Verwandschaftszug des Königs. Die Schützen der St. Josef Bruderschaft aus Hehler und die Landjugend empfingen wir in Berg auf unserem Weg zur Kirche St. Mariae Himmelfahrt an der Waldnieler Heide.  

Sonntag, 10. Juni

 

Heilige Messe in der Kirche St. Mariae Himmelfahrt, anschließend Vorbeimarsch

 

 

Dort zelebrierte unser Präses Aymanns eine schöne Messe, die stimmungsvoll von der Oedter Blasmusik begleitet wurde.

 

Für die Fahnengruppen ist das nachfolgende Abmarschieren der Truppen stets eine Herausforderung. Da muss man auch schon mal einen Doppelknoten machen! Es war nämlich ein langer, stattlicher Zug, der sich hier zusammengefunden hatte. Dieses wurde beim anschließenden Vorbeimarsch in Eschenrath von etlichen Zuschauern mit langem Applaus honoriert.

 

Sonntag, 10. Juni

 

Klompenball

 

 

Zum folgenden Klompenball waren wieder viele Gäste mit den schönsten Holzschuhen erschienen, die natürlich auch prämiert wurden. Der Sonntag wurde zum perfekten Familientag: Mit einer Mega-Hüpfburg, einem Zauberer-Clown, Kinderschminken und einigen anderen Attraktionen wurde für jede Altersklasse etwas geboten. Natürlich fehlte auch die Schießbude nicht, ein Fahrgeschäft rundete den Kirmesplatz ab. Es hat allen gut gefallen. Als die letzten das Festzelt verließen, hatte der Stundenzeiger seit dem Antreten eine ganze Runde gedreht!

 

Montag, 11. Juni

 

Antreten in Eicken, Feldmesse in Birgen, Zug durch den Ort, Frühschoppen im Zelt

 

 

Am Montagmorgen dann hatten wir die längste Strecke vor uns. Nach dem Antreten am Schützenheim Eicken ging es zur Feldmesse ans Birgener Kreuz. Nachdem wir in den letzten Tagen sehr viel Glück mit dem Wetter gehabt hatten, drohten jedoch nun dunkle Wolken vom Himmel. Vielen Dank galt daher der Familie Hartges, die uns ganz kurzfristig ihren überdachten Innenhof der Kornbrennerei zur Feier der Messe zur Verfügung stellte. Erstmals wurde diese Feierlichkeit ökumenisch, neben Pastor Aymanns zelebrierte der evangelische Pfarrer Thummes den Gottesdienst mit.

 

Danach ging es in die nördlichste Ecke unseres Bruderschaftsbezirkes, auf den Hof Hansen in Stöcken. Der Bürgermeister und die örtlichen Ratsmitglieder kredenzten uns hier eine Runde. Weiter ging es über Eicken, Berg, Naphausen, Eschenrath bis nach Hostert – wieder leicht über die Bruderschaftsbezirksgrenze, aber hier stand der Bogen des neuen Eschenrather/Hosterter Brudermeister. Beim anschließenden Frühschoppen im Festzelt wurden von unserem Spieß die Vergehen der vergangenen Tage geahndet. Immer noch hatte der Himmel seine Schleusen gehalten, doch das sollte sich dann zum Fototermin ändern, der daher kurzerhand ins Festzelt verlegt wurde.

 

Montag, 11. Juni 

 

Königs-Gala-Ball

 

 

Zum abendlichen Königs-Gala-Ball besuchten uns die Bruderschaften aus Hehler, Lüttelforst und von der Renneper Straße. Die Jugendbetreuer hatten sich zur Feier des Tages etwas Besonderes einfallen lassen: Die schwarzen Husaren und der Jungjägerzug standen zur Vorführung des zweiten Teils der jungen Fahnenschwenkerinnen mit Pechfackeln Spalier, was ein tolles Bild bot. An diesem Abend wurden auch unsere verdienstvollen und langjährigen Schützen geehrt. Wie an den Tagen zuvor spielte Abstrakt wieder eine erfrischende Tanzmusik, die nur von einigen geplanten und nicht geplanten Ehrentänzen unterbrochen wurde. Als der Abend zu Ende ging, klopfte bereits der Morgen an der Tür.

 

An diesem Morgen wurde dann das Zelt ausgeräumt und aufgeräumt. Wieder waren ausreichend Helfer da, wie auch an den anderen Tagen. Vielen Dank an alle!

Abends ging es dem Kirmensmännken an den Kragen. Die Bruderschaftler und Begleitung hatten sich beim König versammelt, um die Tage nochmal an sich vorüberziehen zu lassen. Begleitet von trauerlichen Klängen wurde das Kirmesmännken zum Feuer getragen. Zum Lodern der Flammen war ein lautes Schluchzen zu Hören. Um den größten Schmerz zu ertränken, wurde nochmals ein Bier zu sich genommen und eine stärkende Suppe gab Kraft.

Ein grandioses Schützenfest ging zu Ende. Es waren tolle „Tage wie diese“, die leider nicht unendlich dauerten, aber unendlich lang in Erinnerung bleiben werden.

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